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Aktualisiert: FAQ – Corona-Krise und Weiterbildung

  • 13.01.2021

Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zu den Auswirkungen des Coronavirus auf Schweizer Weiterbildungsinstitutionen und freischaffende Kursleiterinnen und Kursleiter.

Der SVEB trägt die häufigsten Fragen zur Weiterbildung zusammen und klärt offene Fragen zur Auslegung der COVID-Verordnung mit den zuständigen Bundesstellen ab.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Corona-Dossier.

 

F: Ist Präsenzunterricht in der Weiterbildung aktuell erlaubt?

Nein, seit dem 2. November 2020 ist Präsenzunterricht in der Weiterbildung gemäss COVID-19-Verordnung verboten. Vom Verbot ausgenommen sind gemäss Art. 6d:

  • «Unterrichtsaktivitäten, die notwendiger Bestandteil eines Bildungsgangs sind und für deren Durchführung eine Präsenz vor Ort erforderlich ist,
  • Einzellektionen,
  • Prüfungen im Zusammenhang mit Bildungsgängen, im Bereich der höheren Berufsbildung oder zum Erwerb eines amtlichen Ausweises »

Mit der Anpassung der Erläuterungen zur Verordnung hat der Bundesrat die Interpretation dieser Ausnahmeregelung für "Unterrichtsaktivitäten, die notwendiger Bestandteil eines Bildungsgangs sind" am 9. Dezember 2020 enger gefasst. Seither gilt die Ausnahmeregelung nur noch für Unterrichtsaktivitäten, die zu einem staatlich geregelten Abschluss (bspw. in der Höheren Berufsbildung), einem anerkannten Branchenabschluss oder weiteren "für die Gesellschaft wichtigen Diplomen und Zertifikaten" führen. Nicht abschlussorientierte Weiterbildungen dürfen nicht mehr in Präsenz durchgeführt werden.

Am 11. Januar 2021 wurden die Erläuterungen nochmals geringfügig angepasst. Seither gilt die  Ausnahmeregelung neu auch für nicht-abschlussbezogene Kurse, welche für die Ausübung von für die Gesellschaft wichtigen Berufen/Tätigkeiten notwendig sind. Unter den für die Gesellschaft wichtigen Kursen versteht das BAG einzig Kurse, die dem Erhalt der öffentlichen Sicherheit oder der Gesundheit dienen.

Weiterhin erlaubt sind Einzellektionen sowie Präsenzunterricht für Zielgruppen, die wegen mangelnder Grundkompetenzen nicht an digitalen Angeboten teilnehmen können (s. unten).

COVID-Verordnung vom 19. Juni 2020 (Stand 14. Januar 2021)

Erläuterungen zur COVID-Verordnung (Version vom 8. Januar 2021)

Anpassung der COVID-Verordnung vom 13. Januar 2021 (keine Änderungen für die Weiterbildung) 

Übersicht BAG: Coronavirus - Massnahmen und Verordnungen

 

F: Können Weiterbildungsanbieter Härtefallhilfe beantragen?

A: Ja. Ein Härtefall liegt gemäss Verordnung des Bundes vor, wenn der Jahresumsatz des Weiterbildungsanbieters im 2020 infolge behördlich angeordneter Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 unter 60 Prozent des Durchschnitts der Jahre 2018 und 2019 liegt. Dabei muss der Anbieter im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens 50’000 Franken erzielt haben. Die Unterstützung setzt zudem neben anderen Bedingungen voraus, dass der Anbieter vor Ausbruch von Covid-19 profitabel oder überlebensfähig war.  

Betriebe, die seit dem 1. November 2020 insgesamt während mindestens 40 Kalendertagen behördlich geschlossen werden, gelten zudem ohne Nachweis eines Umsatzrückgangs als Härtefall. Zudem können auch 2021 erfolgte Umsatzrückgänge geltend gemacht werden. Die Obergrenze für A-fonds-perdu-Beiträge wird auf 20 Prozent des Umsatzes erhöht und beträgt max. 750'000 Franken je Unternehmen.

Die konkrete Ausgestaltung der Härtefallhilfe liegt in der Verantwortung der Kantone. Sie prüfen die Gesuche im Einzelfall. Fragen zur Abwicklung eines Gesuchs sind entsprechend an den Kanton, in dem das Unternehmen am 1. Oktober 2020 seinen Sitz hatte, zu richten.

FAQ des Bundes zu Härtefallhilfen mit detaillierten Informationen

Kontaktstellen bei den Kantonen für Anträge

 

F: Wer beurteilt, ob die in der Ausnahmeregelung definierte «Erfordernis» von Präsenzunterricht im Kontext der Weiterbildung gegeben ist?

A: Diese Einschätzung liegt in der Verantwortung des Anbieters. Es ist Aufgabe des Anbieters einer Weiterbildung, im Rahmen des Schutzkonzepts klar darzulegen, aus welchen Gründen das Angebot nicht oder nur teilweise online oder im Fernunterricht stattfinden kann. Zudem hat er sicherzustellen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. 

 

F: Kommt bei Zielgruppen, die nicht an Online-Angeboten teilnehmen können, die Ausnahmeregelung gemäss Art. 6d Abs. 1 zum Tragen? 

Ja, für Bildungsangebote, die sich an Personen richten, welche nicht in der Lage sind, an einer Online-Bildungsveranstaltung teilzunehmen, gilt die Ausnahmeregelung nach Art. 6d Abs. 1. Dies betrifft Personen, welche auf Grund von fehlenden Grundkompetenzen, fehlenden Kenntnissen der Landessprache, fehlenden digitalen Kompetenzen oder fehlendem Zugang zu einem internetfähigen Gerät nicht in der Lage sind, an Online-Veranstaltungen teilzunehmen. Es müssen Schutzkonzepte vorliegen und die Gruppengrösse ist auf 15 Personen beschränkt. Zu beachten sind dabei immer auch die kantonalen Massnahmen

FAQ SBFI

FAQ SEM

 

F: Was ist im Kontext der Weiterbildung unter «strukturierter Bildungsgang» zu verstehen?

A: Als strukturierter Bildungsgang gemäss Art. 6d Abs. 1 der COVID-Verordnung gilt im Kontext der Weiterbildung  jede organisierte Bildungsveranstaltung mit einem Lehr-/Lernsetting und einem definierten Format (Bsp. Kurs, Lehrgang, Workshop), unabhängig von der Dauer.

 

F: Wer beurteilt schlussendlich, ob die Ausnahmereglung gemäss Art. 6 Abs. 1 anwendbar ist? 

A: Eine Beurteilung findet letztlich durch den Kanton statt, welcher für den Vollzug der Covid-19-Verordnung besondere Lage zuständig ist. Er prüft die Schutzkonzepte und die Begründung für Präsenzunterricht jedoch nicht zum Voraus, sondern nur bei einer allfälligen Kontrolle des Angebots vor Ort. 

Weitere Informationen zu Kontakten von Bundes- und Kantonsbehörden finden Sie unter www.ch.ch.

 

F: Können Weiterbildungsveranstaltungen in Seminarhotels durchgeführt werden?

A: Weiterbildungsveranstaltungen in Präsenz in Seminarhotels / Hotels sind untersagt, soweit sie nicht unter die Ausnahmebestimmung von Art. 6d Abs. 1 der Covid-Verordnung besondere Lage fallen. Ausgenommen von dieser Regelung sind firmeninterne Weiterbildungen. Diese dürfen unter Einhaltung der für Veranstaltungen geltenden Schutzmassnahmen auch in einem Hotel stattfinden. (Siehe FAQ zu «firmeninternen Weiterbildungen»).

 

F: Sind Weiterbildungen im Freien vom Präsenzverbot ausgenommen?

A: Ja, Weiterbildungen im Freien sind vom Präsenzverbot ausgenommen, sofern es sich um Kurse handelt, "die naturgemäss nicht in Innenräumen von Bildungseinrichtungen, sondern im Freien stattfinden und bei denen von einer geringen Teilnehmerzahl auszugehen ist». Diese Präzisierung hat der Bund bei der Aktualisierung der Erläuterungen zur Covid-Verordnung vom 19. November 2020 vorgenommen.
 

F: Dürfen Prüfungen in Präsenz durchgeführt werden?

A: Ja, Prüfungen dürfen gemäss BAG und SBFI in Präsenz mit max. 50 Personen durchgeführt werden. Für Prüfungen gelten die allgemeinen Regeln für Veranstaltungen (Verordnung Art. 6) und nicht die besonderen Bestimmungen für Bildungsveranstaltungen (Verordnung Art. 6d). Zu beachten ist, dass manche Kantone die zulässige Anzahl Personen an Veranstaltungen reduziert haben. In diesem Fällen gilt die Vorgabe des Kantons.

 

F: Sind firmeninterne Weiterbildungen mit einem externen Referenten in Präsenz erlaubt?

A: Ja, diese Weiterbildungen sind unter Berücksichtigung der Home-Office-Regel und mit Einhaltung der Schutzmassnahmen erlaubt.  

 

F: Was ist die Definition von Einzellektion? Sind damit ausschliesslich 1:1 Settings gemeint?

A: In erster Linie handelt es sich bei einer Einzellektion um ein «1 :1»-Setting. Es ist aber laut BAG zulässig, Kurse mit mehreren Personen durchzuführen, die im gleichen Haushalt wohnen. Auch in diesem Fall sind die Abstands- und Hygieneregeln strikt einzuhalten.

 

F: Wo finde ich eine Vorlage für ein Schutzkonzept?

A: Als verbindliche Vorgabe für die Erarbeitung der Schutzkonzepte gilt die Verordnung des Bundes über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19- Epidemie vom 19. Juni. Als Dachverband der Weiterbildung legt der SVEB auf dieser Grundlage ein Grobkonzept für Schutzkonzepte in der Weiterbildung vor.

Grobkonzept (Version 03.11.2020)

Vorlage für individuelle Schutzkonzepte (Version 03.11.2020)

 

F: Muss das Schutzkonzept bewilligt werden?

A: Nein. Eine Genehmigung der Konzepte durch Kantons- oder Bundesstellen ist nicht vorgesehen.

 

F: Müssen Kurskosten aufgrund von Absagen wegen des Corona-Virus vollständig zurückerstattet werden?

A: Bei einem Weiterbildungsvertrag liegt ein zweiseitiges Vertragsverhältnis vor. Es beruht auf Leistung und Gegenleistung. Hat der Kunde die Kurskosten bereits bezahlt, kann aber die Leistung des Kursanbieters nicht oder nicht vollständig in Anspruch nehmen – aus Gründen, die er nicht zu verantworten hat – hat er Anspruch auf Rückerstattung oder pro rata Rückerstattung des bezahlten Betrags. Der Anbieter kann diesbezüglich in seinen AGB oder im Vertrag Präzisierungen und Differenzierungen vornehmen.
In dieser aussergewöhnlichen Situation rät die Stiftung für Konsumentenschutz davon ab, das Kostenrisiko tel quel auf die Kursteilnehmer zu überwälzen. Wie der Konsumentenschutz schreibt, stellten derart einseitige AGB nicht nur einen Vertrauensbruch der Kundschaft gegenüber dar. Sie könnten als zu einseitig formuliert auch gegen das Lauterkeitsrecht verstossen.
Die Coronakrise stellt für die Anbieterseite über alle Branchen hinweg eine herausfordernde Situation dar. Es sollten daher Alternativlösungen gesucht und angeboten werden. Solche Alternativlösungen sollten auch von Kundenseite in Betracht gezogen werden. Dabei hat der Kunde aber weiterhin das Recht, die Kurskosten zurückzufordern, wenn er eine angebotene Alternativlösung nicht annehmen kann; z.B. weil er in der neu vorgeschlagenen Kursperiode für längere Zeit im Ausland weilt oder ein geplanter medizinischer Eingriff stattfindet.

 

F: Gibt es eine Versicherung gegen Umsatzeinbussen?

A: Es lohnt sich, auf jeden Fall zu prüfen, ob für Ausfälle im Zusammenhang mit einer Pandemie eine Versicherungsdeckung besteht. Deckung bietet auf jeden Fall eine Epidemieversicherung, wobei eine solche sehr teuer ist und daher nur bei wenigen Unternehmen vorhanden sein dürfte. Auch eine Betriebsausfallversicherung kann Deckung bieten für Schäden infolge einer Pandemie, häufiger aber ist dieses Risiko bei Betriebsausfallversicherungen ausgeschlossen. Besteht noch keine Versicherungsdeckung, dürfte es schwierig sein, das Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus jetzt noch zu versichern.
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F: Was kann eine Weiterbildungsinstitution kurzfristig tun, um die wirtschaftlichen Folgen zu mindern?

A: Sie kann einen Anspruch auf Kurzzeitarbeitsentschädigung für festangestellte Mitarbeitende (in Monats- und Stundenlohn) geltend machen. Mitarbeitende auf Abruf haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, sofern das Arbeitspensum im Durschnitt weniger als 20% schwankt. Die Anträge müssen bei den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit gestellt werden. Die Karenzfrist ist aufgehoben. Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden. 
FAQ des SECO zur Kurzarbeit
Alle Informationen des SECO

Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen die Weiterbildung hart. Aber es gibt Antworten auf zahlreiche Fragen. (Bild: Pixabay)