Hauptinhalt

Aktualisiert: FAQ – Corona-Krise und Weiterbildung

  • 01.06.2021

Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zu den Auswirkungen des Coronavirus auf Schweizer Weiterbildungsinstitutionen und freischaffende Kursleiterinnen und Kursleiter.

Der SVEB trägt Fragen und Antworten zur Weiterbildung zusammen und klärt offene Fragen zur Auslegung der COVID-Verordnung mit den zuständigen Bundesstellen ab.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Corona-Dossier.

 

F: Ist Präsenzunterricht in der Weiterbildung aktuell erlaubt?

A: Ja, Präsenzunterricht ist mit Einschränkungen erlaubt. Es gelten weiterhin Abstands- und Maskenpflicht. Ab 31. Mai 2021 dürfen es auch mehr als 50 Personen sein, wenn ein vom Kanton bewilligtes Testkonzept vorliegt.

«Neu sollen Institutionen des Hochschulbereichs sowie Anbieterinnen und Anbieter der höheren Berufsbildung oder von Weiterbildungen die Möglichkeit haben, generell Präsenzveranstaltungen ohne Beschränkung der Anzahl anwesender Personen durchzuführen. (...) Hierfür müssen sie ein Konzept für gezielte und repetitive Tests auf Sars-CoV-2 verfügen, das von der zuständigen kantonalen Stelle genehmigt wurde. Für die Studierenden besteht kein Zwang zur Durchführung der Tests; sie müssen aber die Möglichkeit haben, regelmässig einen Test durchzuführen.» (Art. 6d, Covid-Verordnung, Änderung vom 26. Mai 2021

Detailangaben finden Sie in den Erläuterungen zur Covid-Verordnung (Version vom 3. Juni 2021, Korrekturmodus) auf den Seiten 33–36. (Das Wichtigste ist gelb markiert).

F: Wie ist die Regel zur Kapazitätsbeschränkung auf die Hälfte der Räumlichkeiten gemäss Art. 6d Abs 1. Ziff. b in der Weiterbildung anzuwenden?

A: Stehen im Kursraum Sitzplätze zur Verfügung, darf nur jeder zweite Sitz oder dürfen nur Sitzplätze mit einem gleichwertigen Abstand zur Verfügung gestellt werden. Diese Vorgabe ist gemäss BAG als «Lex Specialis» zur allgemeinen Abstandsvorgabe von 1,5 Metern zu verstehen. Ist sie eingehalten, besteht genügend Abstand, auch wenn nicht immer 1,5 m gegeben sind.

Bei Kursen, in denen sich die Teilnehmenden im Raum frei bewegen, müssen 10m2 pro Teilnehmer vorhanden sein. Bei Räumen unter 30 m2 gilt eine Mindestfläche von 6 m2 pro Person.

  

F: Mit wie vielen Personen dürfen Weiterbildungen im Freien durchgeführt werden?

A: Gemäss Auskunft des BAG gilt für Präsenzveranstaltungen, die draussen stattfinden, eine Obergrenze von 50 Personen. Es sind auch draussen die Schutzmassnahmen einzuhalten, insbesondere die Maskenpflicht sowie die Abstandsregel. 

Unterrichtsaktivitäten, die Präsenz erfordern und «notwendiger Bestandteil eines Bildungsgangs» sind, dürfen auch mit mehr als 50 Personen durchgeführt werden.

 

F: Dürfen Prüfungen in Präsenz durchgeführt werden?

A: Ja, Prüfungen dürfen gemäss BAG und SBFI in Präsenz mit max. 50 Personen durchgeführt werden. Für Prüfungen gelten die allgemeinen Regeln für Veranstaltungen (Verordnung Art. 6) und nicht die besonderen Bestimmungen für Bildungsveranstaltungen (Verordnung Art. 6d). Zu beachten ist, dass manche Kantone die zulässige Anzahl Personen an Veranstaltungen reduziert haben. In diesen Fällen gilt die Vorgabe des Kantons.

 

F: Wo finde ich eine Vorlage für ein Schutzkonzept?

A: Als verbindliche Vorgabe für die Erarbeitung der Schutzkonzepte gilt die Verordnung des Bundes über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19- Epidemie vom 19. Juni. Als Dachverband der Weiterbildung legt der SVEB auf dieser Grundlage ein Corona-Schutzkonzept für die Weiterbildung vor:

Corona-Schutzkonzept für die Weiterbildung (Version 1.6.2021)

 

F: Muss das Schutzkonzept bewilligt werden?

A: Nein. Eine Genehmigung der Konzepte durch Kantons- oder Bundesstellen ist nicht vorgesehen.

 

F: Können Weiterbildungsanbieter Härtefallhilfe beantragen?

A: Ja. Ein Härtefall liegt gemäss Verordnung des Bundes vor, wenn der Jahresumsatz des Weiterbildungsanbieters im 2020 infolge behördlich angeordneter Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 unter 60 Prozent des Durchschnitts der Jahre 2018 und 2019 liegt. Dabei muss der Anbieter im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens 50’000 Franken erzielt haben. Die Unterstützung setzt zudem neben anderen Bedingungen voraus, dass der Anbieter vor Ausbruch von Covid-19 profitabel oder überlebensfähig war.  

Betriebe, die seit dem 1. November 2020 insgesamt während mindestens 40 Kalendertagen behördlich geschlossen werden, gelten zudem ohne Nachweis eines Umsatzrückgangs als Härtefall. Zudem können auch 2021 erfolgte Umsatzrückgänge geltend gemacht werden. Die Obergrenze für A-fonds-perdu-Beiträge wird auf 20 Prozent des Umsatzes erhöht und beträgt max. 750'000 Franken je Unternehmen.

Die konkrete Ausgestaltung der Härtefallhilfe liegt in der Verantwortung der Kantone. Sie prüfen die Gesuche im Einzelfall. Fragen zur Abwicklung eines Gesuchs sind entsprechend an den Kanton, in dem das Unternehmen am 1. Oktober 2020 seinen Sitz hatte, zu richten.

FAQ des Bundes zu Härtefallhilfen mit detaillierten Informationen

Kontaktstellen bei den Kantonen für Anträge

 

F: Müssen Kurskosten aufgrund von Absagen wegen des Corona-Virus vollständig zurückerstattet werden?

A: Bei einem Weiterbildungsvertrag liegt ein zweiseitiges Vertragsverhältnis vor. Es beruht auf Leistung und Gegenleistung. Hat der Kunde die Kurskosten bereits bezahlt, kann aber die Leistung des Kursanbieters nicht oder nicht vollständig in Anspruch nehmen – aus Gründen, die er nicht zu verantworten hat – hat er Anspruch auf Rückerstattung oder pro rata Rückerstattung des bezahlten Betrags. Der Anbieter kann diesbezüglich in seinen AGB oder im Vertrag Präzisierungen und Differenzierungen vornehmen.
In dieser aussergewöhnlichen Situation rät die Stiftung für Konsumentenschutz davon ab, das Kostenrisiko tel quel auf die Kursteilnehmer zu überwälzen. Wie der Konsumentenschutz schreibt, stellten derart einseitige AGB nicht nur einen Vertrauensbruch der Kundschaft gegenüber dar. Sie könnten als zu einseitig formuliert auch gegen das Lauterkeitsrecht verstossen.

Die Corona-Krise stellt für die Anbieterseite über alle Branchen hinweg eine herausfordernde Situation dar. Es sollten daher Alternativlösungen gesucht und angeboten werden. Solche Alternativlösungen sollten auch von Kundenseite in Betracht gezogen werden. Dabei hat der Kunde aber weiterhin das Recht, die Kurskosten zurückzufordern, wenn er eine angebotene Alternativlösung nicht annehmen kann; z.B. weil er in der neu vorgeschlagenen Kursperiode für längere Zeit im Ausland weilt oder ein geplanter medizinischer Eingriff stattfindet.

 

F: Gibt es eine Versicherung gegen Umsatzeinbussen?

A: Es lohnt sich, auf jeden Fall zu prüfen, ob für Ausfälle im Zusammenhang mit einer Pandemie eine Versicherungsdeckung besteht. Deckung bietet auf jeden Fall eine Epidemieversicherung, wobei eine solche sehr teuer ist und daher nur bei wenigen Unternehmen vorhanden sein dürfte. Auch eine Betriebsausfallversicherung kann Deckung bieten für Schäden infolge einer Pandemie, häufiger aber ist dieses Risiko bei Betriebsausfallversicherungen ausgeschlossen. Besteht noch keine Versicherungsdeckung, dürfte es schwierig sein, das Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus jetzt noch zu versichern.

Mehr dazu

 

F: Was kann eine Weiterbildungsinstitution kurzfristig tun, um die wirtschaftlichen Folgen zu mindern?

A: Sie kann einen Anspruch auf Kurzzeitarbeitsentschädigung für festangestellte Mitarbeitende (in Monats- und Stundenlohn) geltend machen. Mitarbeitende auf Abruf haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, sofern das Arbeitspensum im Durchschnitt weniger als 20% schwankt. Die Anträge müssen bei den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit gestellt werden. Die Karenzfrist ist aufgehoben. Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden. 

FAQ des SECO zur Kurzarbeit

Alle Informationen des SECO

Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen die Weiterbildung hart. Aber es gibt Antworten auf zahlreiche Fragen. (Bild: Pixabay)