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Aktualisiert: FAQ – Corona-Krise und Weiterbildung

  • 23.06.2021

Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zu den Auswirkungen des Coronavirus auf Schweizer Weiterbildungsinstitutionen und freischaffende Kursleiterinnen und Kursleiter.

Der SVEB trägt Fragen und Antworten zur Weiterbildung zusammen und klärt offene Fragen zur Auslegung der COVID-Verordnung mit den zuständigen Bundesstellen ab.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Corona-Dossier.

 

F: Ist Präsenzunterricht in der Weiterbildung aktuell erlaubt?

A: Ja, Präsenzunterricht ist erlaubt. Ab dem 26. Juni 2021 gibt es für die Weiterbildung keine Kapazitätsbeschränkungen mehr; die Obergrenze bei der Teilnehmerzahl ist aufgehoben. Bei Veranstaltungen in Innenräumen gilt weiterhin Maskenpflicht. Für Veranstaltungen, die draussen stattfinden, ist die Maskenpflicht aufgehoben.

Weiterhin gilt zudem gemäss den Vorgaben für Schutzkonzepte die Abstandspflicht von 1,5 Metern. Bei Kursen, in denen Sitzplätze zur Verfügung stehen, sind wie bisher die Plätze so anzuordnen oder zu belegen, dass ein Platz freigehalten oder zwischen den Sitzplätzen ein gleichwertiger Abstand eingehalten wird. Als gleichwertiger Abstand gilt die Distanz, die durch den Wegfall eines im betreffenden Betrieb üblichen Sitzes oder Stuhls in einer Stuhlreihe entsteht.

Covid-Verordnung besondere Lage (Stand 26.6.2021)

Erläuterungen zur Covid-Verordnung (Stand 2.7.2021)

 

F: Gibt es Ausnahmen von der Maskenpflicht?

Ja, in folgenden Fällen darf auf die Maske verzichtet werden:

  • «Auch Personen in Bildungseinrichtungen ausserhalb der obligatorischen Schule sowie Sekundarschule II müssen keine Gesichtsmaske tragen, sofern das Tragen einer Gesichtsmaske die Betreuung oder den Unterricht wesentlich erschwert (z.B. Logopädieunterricht).» (Erläuterungen Art. 6, Abs. 2c)
  • «Auftretende Personen, namentlich Rednerinnen und Redner, beispielsweise an Gemeindeversammlungen oder Tagungen.» (Erläuterungen Art. 6, Abs. 2e)

 

F: Wo finde ich eine Vorlage für ein Schutzkonzept?

A: Als verbindliche Vorgabe für die Erarbeitung der Schutzkonzepte gilt die Verordnung des Bundes über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19- Epidemie vom 19. Juni. Als Dachverband der Weiterbildung legt der SVEB auf dieser Grundlage ein Corona-Schutzkonzept für die Weiterbildung vor:

Corona-Schutzkonzept für die Weiterbildung (Version vom Juli 2021)

 

F: Muss das Schutzkonzept bewilligt werden?

A: Nein. Eine Genehmigung der Konzepte durch Kantons- oder Bundesstellen ist nicht vorgesehen.

 

F: Können Weiterbildungsanbieter Härtefallhilfe beantragen?

A: Ja. Ein Härtefall liegt gemäss Verordnung des Bundes vor, wenn der Jahresumsatz des Weiterbildungsanbieters im 2020 infolge behördlich angeordneter Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 unter 60 Prozent des Durchschnitts der Jahre 2018 und 2019 liegt. Dabei muss der Anbieter im Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens 50’000 Franken erzielt haben. Die Unterstützung setzt zudem neben anderen Bedingungen voraus, dass der Anbieter vor Ausbruch von Covid-19 profitabel oder überlebensfähig war.  

Betriebe, die seit dem 1. November 2020 insgesamt während mindestens 40 Kalendertagen behördlich geschlossen werden, gelten zudem ohne Nachweis eines Umsatzrückgangs als Härtefall. Zudem können auch 2021 erfolgte Umsatzrückgänge geltend gemacht werden. Die Obergrenze für A-fonds-perdu-Beiträge wird auf 20 Prozent des Umsatzes erhöht und beträgt max. 750'000 Franken je Unternehmen.

Die konkrete Ausgestaltung der Härtefallhilfe liegt in der Verantwortung der Kantone. Sie prüfen die Gesuche im Einzelfall. Fragen zur Abwicklung eines Gesuchs sind entsprechend an den Kanton, in dem das Unternehmen am 1. Oktober 2020 seinen Sitz hatte, zu richten.

FAQ des Bundes zu Härtefallhilfen mit detaillierten Informationen

Kontaktstellen bei den Kantonen für Anträge

 

F: Müssen Kurskosten aufgrund von Absagen wegen des Corona-Virus vollständig zurückerstattet werden?

A: Bei einem Weiterbildungsvertrag liegt ein zweiseitiges Vertragsverhältnis vor. Es beruht auf Leistung und Gegenleistung. Hat der Kunde die Kurskosten bereits bezahlt, kann aber die Leistung des Kursanbieters nicht oder nicht vollständig in Anspruch nehmen – aus Gründen, die er nicht zu verantworten hat – hat er Anspruch auf Rückerstattung oder pro rata Rückerstattung des bezahlten Betrags. Der Anbieter kann diesbezüglich in seinen AGB oder im Vertrag Präzisierungen und Differenzierungen vornehmen.
In dieser aussergewöhnlichen Situation rät die Stiftung für Konsumentenschutz davon ab, das Kostenrisiko tel quel auf die Kursteilnehmer zu überwälzen. Wie der Konsumentenschutz schreibt, stellten derart einseitige AGB nicht nur einen Vertrauensbruch der Kundschaft gegenüber dar. Sie könnten als zu einseitig formuliert auch gegen das Lauterkeitsrecht verstossen.

Die Corona-Krise stellt für die Anbieterseite über alle Branchen hinweg eine herausfordernde Situation dar. Es sollten daher Alternativlösungen gesucht und angeboten werden. Solche Alternativlösungen sollten auch von Kundenseite in Betracht gezogen werden. Dabei hat der Kunde aber weiterhin das Recht, die Kurskosten zurückzufordern, wenn er eine angebotene Alternativlösung nicht annehmen kann; z.B. weil er in der neu vorgeschlagenen Kursperiode für längere Zeit im Ausland weilt oder ein geplanter medizinischer Eingriff stattfindet.

 

F: Gibt es eine Versicherung gegen Umsatzeinbussen?

A: Es lohnt sich, auf jeden Fall zu prüfen, ob für Ausfälle im Zusammenhang mit einer Pandemie eine Versicherungsdeckung besteht. Deckung bietet auf jeden Fall eine Epidemieversicherung, wobei eine solche sehr teuer ist und daher nur bei wenigen Unternehmen vorhanden sein dürfte. Auch eine Betriebsausfallversicherung kann Deckung bieten für Schäden infolge einer Pandemie, häufiger aber ist dieses Risiko bei Betriebsausfallversicherungen ausgeschlossen. Besteht noch keine Versicherungsdeckung, dürfte es schwierig sein, das Risiko im Zusammenhang mit dem Coronavirus jetzt noch zu versichern.

Mehr dazu

 

F: Was kann eine Weiterbildungsinstitution kurzfristig tun, um die wirtschaftlichen Folgen zu mindern?

A: Sie kann einen Anspruch auf Kurzzeitarbeitsentschädigung für festangestellte Mitarbeitende (in Monats- und Stundenlohn) geltend machen. Mitarbeitende auf Abruf haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, sofern das Arbeitspensum im Durchschnitt weniger als 20% schwankt. Die Anträge müssen bei den kantonalen Ämtern für Wirtschaft und Arbeit gestellt werden. Die Karenzfrist ist aufgehoben. Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden. 

FAQ des SECO zur Kurzarbeit

Alle Informationen des SECO

Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen die Weiterbildung hart. Aber es gibt Antworten auf zahlreiche Fragen. (Bild: Pixabay)