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Aus- und Weiterbildung: "keine Kernaufgabe der ALV"

  • 13.06.2018

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) soll sich primär um eine rasche Reintegration von Stellensuchenden in den Arbeitsmarkt kümmern. Aus- und Weiterbildung spielen dabei keine zentrale Rolle, wie aus einem Bericht des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung zu entnehmen ist.

Die Welt verändert sich rasend schnell – auch die Arbeitswelt. Mit dem Wandel Schritt zu halten, ist für Beschäftigte eine Herausforderung. Deshalb ist eine möglichst hohe Weiterbildungsbeteiligung eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Notwendigkeit. Was für Beschäftigte gilt, gilt natürlich auch für Stellensuchende.

Doch die berufliche Weiterbildung und Umorientierung von Stellensuchenden sei nicht grundsätzlich Aufgabe der Arbeitslosenversicherung. Zu diesem Schluss kommt das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). In seinem aktuellen Bericht diskutiert es die Möglichkeiten und Grenzen der Arbeitslosenversicherung (ALV) bei arbeitsmarktlichen Massnahmen (AMM) mit einem Bildungsbezug.

Nur in Einzelfällen

Wie das WBF weiter schreibt, seien daher nur Massnahmen zu unterstützen, bei denen sich
ein Besuch im Sinne der arbeitsmarktlichen Eingliederung aufdränge. Die Förderung der Bildung und Weiterbildung von Stellensuchenden wird nicht als Kernaufgabe der ALV erachtet.

Wie der Bericht festhält, kann jedoch in Einzelfällen die ALV Stellensuchenden einen Berufsabschluss ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass die betroffenen Personen über keine
abgeschlossene berufliche Ausbildung verfügen oder in ihrem erlernten Beruf erhebliche
Schwierigkeiten haben, eine Stelle zu finden. Grundsätzlich sei jedoch eine rasche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt einer auch ausbidlungsbedingten Abwesenheit vorzuziehen, so die Autoren.

Wenige Anpassungen

Gesetzlich Änderungen werden auch aus Sicht der kantonalen Vollzugsstellen weder als nötig noch als vorteilhaft erachtet. In einigen Bereichen sollen jedoch Anpassungen in die Wege geleitet werden, die rasche und nachhaltige Integration von Stellensuchenden erhöhen sollen. So soll etwa bei Bedarf ebenfalls eine vierjährige Lehre über Ausbildungszuschüsse finanzierbar sein. Mit dem Ziel, die Abbruchquote bei Ausbildungszuschüssen zu senken und deren Effektivität zu fördern, soll überdies die Möglichkeit eines Coachingangebots geschaffen werden, welches die Kantone bei Bedarf
einsetzen können. (RS)

Download des Berichts