Hauptinhalt

Aussicht auf Präsenzunterricht ab 8. Juni

  • 16.04.2020

Für Weiterbildungsanbieter dürfte ab dem 8. Juni wieder Präsenzunterricht möglich sein. Dies geht aus der Lockerungsstrategie des Bundesrats im Zusammenhang mit der Corona-Krise hervor. Der SVEB erarbeitet dazu ein Schutzkonzept, verweist aber gleichzeitig auf seine Forderungen zur Milderung der Auswirkungen der Corona-Krise.

(RS)  Die Corona-Krise ist zwar noch nicht überwunden. Aber die Situation hat sich soweit entspannt, dass der Bundesrat am Donnerstag, 16. April, einen Monat nach dem Erlass der Sondermassnahmen, seine Strategie zur Lockerung des Lockdowns vorstellen konnte. Diese Lockerung erfolgt schrittweise.

Die Weiterbildung – analog zu den Mittel-, Berufs- und Hochschulen – wird voraussichtlich ab dem 8. Juni wieder Präsenzunterricht anbieten können. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Schutzkonzept zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln des BAG.  

Auch bleibt noch eine gewisse Unsicherheit: Der Übergang von einer Etappe zur nächsten erfolge, wenn es zwischenzeitlich zu keinem deutlichen Anstieg von COVID-19-Fällen kommt, sagt der Bundesrat. Ob der Öffnungsschritt am 8. Juni erfolgen kann, soll am 27. Mai definitiv beschlossen werden.  

SVEB erarbeitet Schutzkonzept

Zur Vorbereitung der Wiederaufnahme von Weiterbildungsaktivitäten im Präsenzunterricht wird der SVEB ein Konzept zur Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln erarbeiten. Er wird dies zusammen mit einer Arbeitsgruppe tun, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Mitgliedsorganisationen des SVEB zusammengesetzt ist. Dabei wird darauf geachtet, dass die Massnahmen für alle Anbieter, grosse wie kleine, umsetzbar sind. Wie der Bundesrat an der Medienkonferenz betonte, soll die Ausarbeitung von Schutzkonzepten in den Branchen geschehen. Der SVEB nimmt diese Verantwortung wahr.

Die Aussicht auf die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts ist ein Lichtblick und eine Planungsgrundlage für die Weiterbildung. Er bedeutet aber auch, dass über weitere Wochen Einnahmeausfälle entstehen, die für viele Anbieter existenzbedrohend sind. Der SVEB fordert deshalb den Bund weiterhin dazu auf, für private Weiterbildungsanbieter und Selbständigerwerbende, die sich wegen der Corona-Krise in einer existenziellen Bedrohungslage befinden, Soforthilfe bereitzustellen. Er hat dazu einen entsprechenden Forderungskatalog erarbeitet und diesen bereits den zuständigen Stellen unterbreitet.  

Angebote des SVEB zum digitalen Lernen

Um Anbieter in der gegenwärtigen Situation bei der Umstellung auf digitale Alternativen zum Präsenzunterricht zu unterstützen, führt der SVEB verschiedene Aktivitäten durch. So ist ein virtueller Open Space in Planung, der Weiterbildungsanbieter als Austauschplattform dienen soll. Zudem hat der SVEB sein Informationsangebot zum digitalen Lernen ausgebaut.

Bundesrat Alain Berset
Bundesrat Alain Berset an der Medienkonferenz vom 16. April zur Lockerung der Corona-Massnahmen. (Bild: admin.ch)

Ausweitung des Corona-Erwerbsersatzes für Selbständige

Ebenfalls am 16. April hat der Bundesrat die Ausweitung des Corona-Erwerbsersatzes für Selbständige bekannt gegeben, die nicht direkt von Betriebsschliessungen oder vom Veranstaltungsverbot betroffen sind. Voraussetzung ist, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10 000 Franken, aber 90 000 Franken nicht übersteigt.

Die Entschädigung ist, wie die bereits bestehende Corona-Erwerbsausfallentschädigung, auf 196 Franken pro Tag, also auf 5880 Franken pro Monat begrenzt. Der Anspruch entsteht rückwirkend ab dem 1. Tag des Erwerbseinbruchs, frühestens ab dem 17.3.2020, und endet nach zwei Monaten, spätestens aber mit der Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie. Die Ausgleichskassen können unrechtmässig bezogene Leistungen zurückfordern.