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Für einen geschlechtergerechten digitalen Wandel

  • 14.10.2021

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft. Sie verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir kommunizieren und konsumieren, sondern verlangt auch neue Fähigkeiten in der Arbeitswelt und verschiebt die Grenzen zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die Ausbreitung der digitalen Technologie in viele Lebensbereiche ist nicht neu. Aber diese Entwicklung hat sich mit der Corona-Pandemie beschleunigt. Damit erhält die Aus- und Weiterbildung im Rahmen der digitalen Transformation eine wichtige Bedeutung.

Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind erheblich. Wird es in Zukunft noch genügend bezahlte Arbeitsplätze geben und wird man davon leben können? Welche Arbeitsplätze werden möglicherweise verschwinden? Werden diejenigen, die übrig bleiben, eine ausreichende soziale Sicherheit bieten? Diese Fragen sind seit einigen Jahren Gegenstand einer lebhaften Debatte.

Während vorhergesagt wurde, dass die Hälfte aller Arbeitsplätze wegfallen und es keine bezahlte Arbeit mehr geben würde, deuten neuere Analysen darauf hin, dass der digitale Wandel zum Verschwinden bestimmter Tätigkeiten in vielen Berufen, aber auch zur Schaffung neuer Tätigkeiten führen wird. Die sehr pessimistischen Prognosen haben sich bisher nicht bewahrheitet. Insgesamt ist eine Tendenz zur Erhöhung des Qualifikationsniveaus und hin zu nicht repetitiven Tätigkeiten festzustellen. Die Innovationskraft der Unternehmen, das schweizerische Bildungssystem und das liberale Arbeitsrecht werden als Schlüsselfaktoren für diesen Erfolg betrachtet.

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger

Der Bund rechnet mittelfristig mit dem Verlust von 11% der Arbeitsplätze. Dies wird als normaler Strukturwandel angesehen. Da das Qualifikationsniveau jedoch tendenziell steigt, kommt der Bund – der einhelligen Meinung von Experten folgend – zum Schluss, dass Aus- und Weiterbildung im Rahmen der digitalen Transformation unerlässlich ist.

Jeder wird sich ständig weiterbilden müssen, um auch in Zukunft an seinem derzeitigen Arbeitsplatz bleiben zu können. Die erforderlichen Qualifikationen und Fähigkeiten nehmen ständig zu. Aber nicht alle Branchen und Berufe sind in gleicher Weise betroffen.

Digitalisierung geschlechtergerecht gestalten

Welches sind die Herausforderungen der digitalen Transformation aus der Geschlechterperspektive? Welche Auswirkungen hat sie auf Frauen und Männer? Bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, die derzeitigen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen? – Bei der Lektüre der zahlreichen Berichte und Strategien von Forschungsinstituten oder des Bundes wird deutlich, dass die Geschlechterperspektive in den Analysen zur digitalen Transformation kaum vorkommt.

Positionspapier der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF zum Thema Erwerbsleben