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Silos überwinden – Bildung in der internationalen Zusammenarbeit

  • 05.06.2019

Projekte, welche die Bildung in der internationalen Zusammenarbeit fördern, streben meist die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe der Bevölkerung an. Die Forderung nach einem «Bildungskontinuum», d.h. die Silos zwischen der Grundbildung, der Berufsbildung und dem Arbeitsmarkt abzubauen, ist vor diesem Hintergrund nicht neu. Doch Diskontinuitäten zwischen den drei Bereichen erschweren die Teilhabe weiterhin. So finden viele Absolventinnen und Absolventen der Bildungsangebote keine Arbeit, obwohl sie die Schule und eine Berufsbildung abgeschlossen haben.

von Martina Fleischli

Das Schweizer Netzwerk für Bildung und internationale Zusammenarbeit RECI zeigt mit fünf Fallstudien aus der internationalen Zusammenarbeit auf, wie man dem Ideal eines Bildungskontinuums einen Schritt näherkommt. Es werden Erfolgsfaktoren auf der Ebene der Lernenden, der Bildungsangebote, staatlichen Institutionen und der Gesellschaft erarbeitet. 

Transversale Kompetenzen für einen dymanischen Arbeitsmarkt

Für Enfants du Monde ist es auf der Ebene der Bildungsangebote beispielsweise entscheidend, den jungen Ausbildungsabbrecher/innen in Niger eine Bildung zu vermitteln, die nicht auf einem starren schulischen oder technischen Lehrplan basiert. Welche Kompetenzen in 10 Jahre auf dem sehr dynamischen Arbeitsmarkt nachgefragt werden, ist heute unklar. Daher vermittelt Enfants du Monde in einem aktivpädagogischen Ansatz transversale Kompetenzen zum kritischen Denken oder um eigene Lernstrategien zu entwickeln. 

Auf institutioneller Ebene verfolgt die Organisationen einen Multi-Stakeholder-Ansatz. Die wichtigsten Akteure auf der Ebene der nationalen und regionalen Ministerien und Schulen sind Projektpartner, was wesentlich zur Nachhaltigkeit des Projektes beiträgt.

Die Fallstudien der anderen Projekte von Caritas, Vivamos Mejor, der PH Zürich und auch dem SVEB zeigen als weitere Erfolgsfaktoren die Anerkennung von früher erworbenen Kenntnissen und die Beratung und Begleitung durch Mentorinnen / Mentoren. Diese und weitere Erkenntnisse aus den vielfältigen Fallstudien sind in einem Bericht des RECI zusammengefasst.

Unternehmerische Kompetenzen für selbstbestimmte Lernende

Darin ist auch das ONDGO-Projekt, an dem sich der SVEB mit Unterstützung von Movetia beteiligt, beschrieben. Das europäische Projekt zur Förderung unternehmerischer Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten stellt Ressourcen für Kursleitende in diesem Bereich bereit. Unternehemerische Kompetenzen sind transversale Kompetenzen, welche es Personen ermöglichen, ihre Ideen umzusetzten und Chancen zu nutzten. Daraus generieren sie einen finanziellen, kulturellen oder sozialen Wert.

Executive Summary des RECI-Berichtes zum Bildungskontinuum (PDF, englisch)

RECI-Bericht zum Bildungskontinuum (PDF, englisch)

Bildungskontinuum Grundbildung – Berufsbildung – Arbeitsmarkt