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Berufs- und Laufbahnberatung wird zunehmend wichtiger – auch für Erwachsene

  • 06.06.2018

In seinem Bericht zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) fordert der Arbeits- und Organisationspsychologe Andreas Hirschi unter anderem eine Beratung, die auf das ganze Erwerbseleben hin ausgerichtet ist. Der Bericht prognostiziert zudem zunehmenden Systemrelevanz der BSLB.

Im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI hat Andreas Hirschi, ordentlicher Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Bern, einen Bericht zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BSLB) verfasst. Dies vor dem Hintergrund des Projekts „Berufsbildung 2030“.

Die Studie ist eine vertiefte Analyse eines der Aspekte, die im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen für die Berufsbildung als relevant erachtet werden. Sie dient als Grundlage für die im Jahr 2018 geplante Umsetzungsphase des Projekts. Neben dem Thema BSLB werden Flexibilisierung mit Schwerpunkt Modularisierung, transversale Kompetenzen und Finanzierung analysiert.

Die Vision „Berufsbildung 2030“ stellt insbesondere das lebenslange Lernen stärker ins Zentrum. So hört das Verständnis einer zeitgemässen und auch zukünftig tragfähigen  Berufsbildung nicht beim Erlernen eines Berufs im Jugendalter auf. Vielmehr müssen auch Erwachsene aufgrund des technologischen Wandels, aber auch gesellschaftlicher Veränderungen bereit und fähig sein, sich beruflich zu verändern bis hin zu einem völligen Berufswechsel. Das setzt indes  voraus, dass die entsprechenden Rahmenbedingungen vorhanden sind. Dazu gehört eine BSLB, die auch Erwachsene begleiten kann.
Aus dem Bericht werden deshalb sieben Empfehlungen abgeleitet:

Empfehlungen
  1. Die BSLB soll als eine methodisch und inhaltlich vielfältige Dienstleistung verstanden werden, welche alle Personen bei der aktiven Gestaltung ihrer individuellen Erwerbsbiografie über das ganze Erwerbsleben hinweg unterstützt und begleitet.
  2. Die BSLB muss nebst Bedürfnissen der Informationsvermittlung und Hilfe bei Ausbildungs- und Berufsentscheidungen auch Bedürfnisse zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Arbeitsmarktfähigkeit und Arbeitsfähigkeit, der flexiblen Gestaltung einer individuell sinnvollen Erwerbsbiografie und der persönlichen Potenzialentfaltung erfüllen können.
  3. Die BSLB sollte für wesentliche Zielgruppen bei Jugendlichen, Erwachsenen und Unternehmen interkantonal koordinierte, systematisch geplante und evaluierte Angebote entwickeln, welche vielfältige Instrumente, Methoden und Formate einsetzen, inklusive eines vermehrten Einsatzes von internetbasierten Angeboten.
  4. Die Kostenplicht für Leistungen der BSLB sollte abgeschafft werden, da diese zu einer systematischen Unterversorgung von bestimmten Personengruppen führen kann. Anstelle von Kostenpflicht für gewisse Leistungen sollte ein bedürfnisorientiertes Leistungsangebot entwickelt und angewendet werden.
  5. Die BSLB sollte als ein breit aufgestelltes Kompetenzzentrum mit vielfältigen Dienstleistungen in der Öffentlichkeit und bei Unternehmen positioniert werden. Hierzu wird eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen für die BSLB empfohlen.
  6. Aufgrund einer weiter zunehmenden Systemrelevanz der BSLB sollten vermehrte Investitionen und Anstrengungen zur (Weiter-)Entwicklung von diversen Leistungen der BSLB erfolgen.
  7. Es sollte ein national getragenes Rahmenprogramm für Ziele, Dienstleistungen und Ausbildungen in der BSLB entwickelt werden, welches die vielfältigen Aufgaben und Leistungen der BSLB im schweizerischen Kontext berücksichtigt.

(RS)

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Karten für die Berufsberatung
Eine Berufsberatung der Zukunft kann nicht bei Jugendlichen enden. (Bild Pixabay CCO)

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